Freiwillig kommen die Frauen nicht in die Chefetage

Wirtschaft

MdEP Kerstin Westphal und die AsF-Vorsitzende Bettina Bayerl fordern zehn Jahre nach der Freiwilligkeit ein verbindliches Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft

Am 2. Juli 2001 schlossen Vertreter der Wirtschaft mit der Bundesregierung eine freiwillige Vereinbarung, um den Frauenanteil in Führungspositionen und bei der Erwerbsarbeit zu erhöhen. Dazu erklären die fränkische SPD-Europaabgeordnete Kerstin Westphal und die Vorsitzende der AsF Bettina Bayerl:

„Die Bilanz der freiwilligen Vereinbarung zwischen Vertretern der Wirtschaft und der Bundesregierung ist wie erwartet nach zehn Jahren eine Katastrophe. Deshalb brauchen wir endlich ein verbindliches Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, das Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auf dem Arbeitsmarkt schafft.

Im Europäischen Vergleich liegt Deutschland weit abgeschlagen. Während andere Mitgliedstaaten in den vergangenen zehn Jahren Gleichstellungsgesetze beschlossen, oder wie in Frankreich sogar ihre Verfassung geändert haben, haben wir in Deutschland wertvolle Zeit verloren.

Der Druck auf die Bundesregierung wächst. Das Europäische Parlament, Europäische Kommissare und die JustizministerInnen der Bundesländer fordern von der Bundesregierung als ersten Schritt eine Einführung einer Frauenquote für Führungspositionen. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Grundsatz „gleicher Lohn für gleich(wertige) Arbeit“ endlich in die Realität umzusetzen.
100 Jahre nach dem ersten internationalen Frauentag, 10 Jahre nach der gescheiterten freiwilligen Vereinbarung können Merkel, Schröder und Co. nicht mehr den Blick vor der Realität verschließen und müssen endlich handeln.“