„Goldgräberstimmung“ im Landkreis Hof. Die SPD lud zur Podiumsdiskussion über die Kommunalisierung der Energiewende ein

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Dass die Energiewende längst in Stadt und Landkreis Hof angekommen ist, zeigte eine hierzu stattfindende Podiumsdiskussion in der Gaststätte des Theresiensteins. Unter der Thematik „Kommunalisierung der Energiewende“ lud die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in Bayern e.V., im Rahmen ihrer diesjährigen Landeskonferenz, in Zusammenarbeit mit dem SPD-Kreisverband Hof-Stadt zur Diskussion. „Wie sind die Kommunen auf die Energiewende vorbereitet und können sie überhaupt einen Beitrag dazu leisten? Was können die Stadtwerke konkret tun und bedeutet eine Kommunalisierung auch eine Demokratisierung der Energieversorgung?“ Diese eingangs von Moderatorin Eva Döhla, SPD-Oberbürgermeisterkandidatin, aufgeworfenen Fragen standen an diesem Abend im Mittelpunkt des Podiumsgesprächs, zu dem eigens fünf Experten geladen waren. Die rege Teilname der zahlreich erschienenen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zeigte indes die „enorme Schwungkraft« die dieses Thema in sich birgt, so Podiumsteilnehmer Thomas Roy.

„Es ist den Menschen nicht mehr egal, wie ihre Energie hergestellt wird“ führte der aus dem Münchner Land stammende Kommunalpolitiker aus. Dem pflichtete auch Manfred Miosga, Professor für Regionalgeographie in Bayreuth, bei. Das Interesse nach regenerativer Energieversorgung sei allerdings nicht nur bei den Bürgern sehr groß, denn vor allem bei der Windenergie herrsche eine 2Goldgräberstimmung“ so Miosga mit Verweis auf einen „regelrechten Run“ der Energieunternehmen auf gute Standorte, welche besonders im Landkreis Hof zu finden seien. Eine Entwicklung, die auch der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutzes Hof sah. Leider habe aber nach Meinung Ulrich Scharfenbergs noch nicht jeder die „Zeichen der Zeit“ erkannt. „Warum bauen die Regensburger Stadtwerke vor unserer Haustüre Windkraftwerke, die Hofer Stadtwerke aber nicht?“. Gunnar Braun, Geschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen Bayern (VKU), gab diesbezüglich zu bedenken, dass man eben erst am Anfang der Energiewende stehe, die er vor allem als Lernprozess verstanden wissen will. In diesem ließen sich eben solche „Fehler nicht immer vermeiden“, zumal Stadtwerke auch immer den Aspekt der Rentabilität beachten müssten.
In zwei Punkten herrschte zum Schluss der lebhaften wie kontroversen Diskussion dann allerdings wieder Einigkeit. Zum einen habe man gesehen, dass dieses Thema den Bürgerinnen und Bürgern ein Herzensanliegen sei, zum anderen, so das Fazit Eva Döhlas, berge die Energiewende Chancen in sich, die man nützen müsse. "Die Energiewende ist noch lange nicht durch, auch wenn manche das gern glauben machen. Im Gegenteil: Wir stehen am Anfang einer riesigen Aufgabe, die einen tiefgreifenden Umbau unserer Infrastruktur erfordert. Wenn wir nicht entschieden anpacken, scheitert der Atomausstieg in einigen Jahren“, so Eva Döhla anschließend.