Hof macht Schule - Wie mehr Kinder auf höhere Schulen und zu Schulabschlüssen kommen

Bildung

Unter dem Titel „Hof macht Schule“ diskutierten die Gäste eines bildungspolitischen Abends im Hotel Strauß über die Chancen einer eigenen städtischen Strategie für Schulpolitik. Die Oberbürgermeister-Kandidatin der SPD, Eva Döhla, hatte zu der Veranstaltung mit dem Experten Dr. Jens Hildebrandt eingeladen. Er stellte vor, wie es in seiner Heimatstadt Mannheim gelungen ist, nicht nur die Übergangsquoten auf das Gymnasium, sondern auch die Zahl der Schulabschlüsse zu steigern. Zuvor hatte Eva Döhla deutlich gemacht, warum gerade in Hof Handlungsbedarf auf diesem Feld besteht.

So hat Hof im „Deutschen Lernatlas“ vergleichsweise schlecht abgeschnitten. Die Quote der Wiederholungsschüler ist in Hof fast doppelt so hoch wie in der Stadt Bamberg. Dramatischer gestaltet sich die Situation bei den Schülern, die die Schulen verlassen. „In Hof bleiben 17,61 Prozent der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss, in Bamberg sind es nur 10,17 Prozent, der bayernweite Wert liegt hier bei 6 Prozent,“ sagte Döhla. Angesichts dieser bedenklichen Ergebnisse müssen schnellstens Maßnahmen folgen, um die Chancen der Hofer Schülerinnen und Schüler auf einem immer anspruchsvolleren Arbeitsmarkt zu erhöhen. „Wir können es uns nicht leisten, dass diese Kinder in ihren Zukunftschancen auf der Strecke bleiben. Es ist ungerecht, unsolidarisch und letztlich auch unwirtschaftlich, hier nichts zu unternehmen“, sagt die OB-Kandidatin.

Wie Kommunen sich wirksam in die Schulpolitik einbringen können, erläuterte Dr. Jens Hildebrandt vom Bildungsdezernat der Stadt Mannheim. Bildungserfolg ist dort Teil der gesamtstädtischen Strategie. Die Übergangsquoten auf das Gymnasium wurden nach Stadtteilen analysiert. „Wo nur der Bildungsstand der Eltern reproduziert wird, vertiefen sich bestehende Ungerechtigkeiten“, so Hildebrandt. Mannheim hat reagiert und MAUS eingeführt, das „Mannheimer Unterstützungssystem Schule“. 13 Mannheimer Schulen nehmen teil und erhalten jeweils 20 Wochenstunden zusätzliche Förderung. Dort bekommen Schülerinnen und Schüler maßgeschneiderte Unterstützungsangebote, bei Bedarf auch an den Wochenenden und in den Ferien: Es gibt Deutsch, Mathe und Englisch, aber auch Theaterworkshops oder Selbstbehauptungstrainings. Angeboten werden die kostenlosen Förderaktivitäten von der Abendakademie, der Stadtbibliothek, der Musikschule Mannheim, der Jugendförderung sowie dem Stadtmedienzentrum. Die Expertise, die jede dieser Bildungseinrichtungen in das Programm mitbringt, ermöglicht ein breites Repertoire an inhaltlicher Unterstützung für Schulen. Maßgeblich ist für die Stadt Mannheim, dass diese Art der kommunalen Unterstützung wirksam und messbar den Bildungserfolg des Einzelnen unterstützt. Mit dem neuen Ansatz war in Mannheim die Politik als Ideengeber der Verwaltung erfolgreich. Es hat sich gezeigt, dass mit kommunaler Unterstützung die schulische Bildung wirkungsvoll gestärkt werden kann.

„Das Beispiel aus Ihrer Stadt macht Mut, für Hof neue, anspruchsvolle Ziele zu definieren“, sagte Eva Döhla. Deutlich mehr Schulabschlüsse, weniger Sitzenbleiber und mehr Übertritte aufs Gymnasium – das möchte ich gemeinsam mit den Verantwortlichen in unserer Stadt auch erreichen.“