Sigmar Gabriel in Hof: Kommunale Wirtschaftspolitik auf dem Theresienstein

Wirtschaft

Welche Rolle Kooperation und Vertrauen für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region spielen, war eines der Themen bei den Hofer Wirtschaftsgesprächen.
OB-Kandidatin Eva Döhla begrüßte den Gast Sigmar Gabriel als ehemaligen Ministerpräsidenten eines Landes, in dem viele Städte ganz ähnlich in ländlich geprägten Regionen angesiedelt sind und oft auch im einstigen Zonenrandgebiet lagen.

Als große wirtschaftspolitische Ziele für Hof nannte sie in der Einführung, zum einen Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten - und zwar bevorzugt solche, von denen Menschen auch leben können.

Zum anderen sei Finanzkraft unserer Stadt zu gewährleisten. „Die Gewerbesteuer ist eine DER Säulen für die Kommunalfinanzierung“, sagte Döhla.

Sie stellte die wirtschaftlichen Merkmale der Region vor, sprach auch die „Hidden Champions“ mit hoher Innovationskraft an und hielt einen kurzen historischen Rückblick auf die Entwicklung der Stadt.

„Zu lange waren wir monostrukturell geprägt. Dann kam die Wiedervereinigung. Aber nicht alle kühnen Hoffnungen erfüllten sich. Vor allem nicht bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Zwar gab es neue Märkte. Aber auch gleichzeitig große Konkurrenz aus dem Osten, und zwar auf dem Arbeitsmarkt und durch Unternehmen, die in den neuen Bundesländern höhere Förderungen erhielten und geringere Löhne zahlten.“

Trotz mancher Schwierigkeiten bleibe sie optimistisch: „Denn ich glaube daran, dass sich die echte Lebensqualität, die wir hier haben, eines Tages besser durchsetzen wird gegenüber der behaupteten Lebensqualität der Großstädte. Diese boomen sich in eine Überhitzung. Bei uns sind Mieten noch bezahlbar; Wochenendausflüge in die Mittelgebirge ohne lange Staus machbar, man ist schnell im Grünen und kann vieles mit kurzen Wegen erledigen.“

Ob Kultur, Kinderbetreuung oder prämierte Einkaufsstadt, hier lasse es sich gut leben.

Vorausgesetzt, man habe eine passende und anständig bezahlte Arbeit gefunden. „Die Anzahl derer, die ihren Lohn mit Sozialleistungen aufstocken müssen, beweist leider noch einen Mangel an solchen Arbeitsstellen.“

Eva Döhla plädierte für eine gestärkte Kooperation mit dem Umland – gerade in schrumpfenden Gegenden dürfe es keine „gegenseitige Kannibalisierung“ benachbarter Kommunen geben, sondern Zusammenarbeit.

Kooperation sei auch nötig, um infrastrukturelle Vorleistungen der Kommunen stemmen zu können – das Oberzentrum Hof ist auch auf sein Umland angewiesen. Der alte Spruch „Stadt und Land - Hand in Hand“ habe auch heute noch seine Bedeutung. „Und Kooperation lebt von Vertrauen!