SPD-Dialog: Hof stärken

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SPD-Dialog: Hof stärken - Thesen zur Wirtschaftsentwicklung stoßen auf reges Interesse

Hof – Wird man in Hof in einigen Jahren noch froh sein, dass BMW sich damals nicht mit dem neuen Werk angesiedelt hat? Was muss künftig in Sachen „nachhaltiges Wirtschaften“ in unserer Region noch herausgeholt werden? Und wie stellen wir unsere Stadt krisenfester auf? Um diese und andere spannende Fragen drehte sich der Vortrag „Hof stärken - Thesen zur Wirtschaftsentwicklung und Ansatzpunkte für städtische Aktivitäten“ von Prof. Dr. Manfred Miosga. Der praxiserfahrene Wissenschaftler sprach auf Einladung der Hofer SPD – er erlebte einen vollen Saal und hohe Diskussionsfreude unter den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
SPD-Spitzenkandidatin Eva Döhla machte eingangs deutlich, dass sich die Stärke einer Kommune nicht allein auf deren Finanzsituation reduzieren lasse. „Es kommt auf mehr an. Der Blick auf regionale Chancen und überregionale Trends lohnt sich. Und auch Chancengerechtigkeit und ein gutes Miteinander stärken eine Stadt“, so Eva Döhla in Anspielung an den Slogan der Hofer SPD.
Der Organisator der Veranstaltung, Pablo Schindelmann, stellte den Referenten Prof. Dr. Manfred Miosga vor. „Als Professor für Stadt- und Regionalgeographie an der Universität Bayreuth kennt er die Situation der Region. Außerdem weiß er als Vorsitzender des Kuratoriums der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum vieles über Umsetzungserfahrungen von regionalen Verbundprojekten und ist somit für uns ein wichtiger Impulsgeber.“ In seinem Vortrag zeigte Prof. Dr. Miosga die Handlungsfelder und Perspektiven zur kommunalen Stadtentwicklung auf. Er beschrieb die Herausforderungen der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region und verwies angesichts des ökonomischen Strukturwandels in den letzten zwanzig Jahre und des bevorstehenden demographischen Wandels in den kommenden zwanzig Jahren auf „eine schwierige Ausgangssituation“. Gerade der Fachkräftemangel werde den heimischen Arbeitgebern zunehmend Sorgen bereiten. „Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung der weichen Standortfaktoren weiter zunehmen“, so Prof. Dr. Miosga. Dabei warnte er allerdings davor, das Heil vorrangig in Imagekampagnen zu suchen. „Das, was wir versprechen, müssen wir auch einhalten. Die Prämisse muss sein: zunächst die qualitative Aufwertung der hiesigen Standorte - dann das Marketing darauf aufbauen“, betonte der Experte.
Den Fachkräftemangel betreffend, plädierte er dafür, das eigene Fachkräftepotential in der Region voll auszuschöpfen. Dabei gelte es einerseits durch eine aktivere Förderung der Kommunen dazu beizusteuern, alle Jugendliche ausbildungsfähig zu machen. Andererseits müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter forciert werden.
Die Zukunft der Region sah Miosga letzten Endes positiv. „Die schlimmen Effekte des ökonomischen Strukturwandels sind überwunden. Die Frage bleibt aber, was soll man machen, wenn es weiter aufwärts gehen soll?“ Hier warb Miosga für eine präventive und nachhaltige Wirtschaftsförderung, die die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und der Kommunalwirtschaft u.a. in den Fokus rückt. Vor diesem Hintergrund hielt er es für angebracht, die klassischen Instrumente der kommunalen Wirtschaftsförderung auf die Wirksamkeit und ihren Beitrag zur Zielerreichung immer wieder neu abzuklopfen. „Und genau dies ist die Aufgabe guter Kommunalpolitik“, so Prof. Dr. Miosga.
Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die zahlreichen interessierten Zuhörerinnen, sowie die SPD-Stadtratskandidatinnen und –kandidaten über Chancen und Risiken sowie die Herausforderungen und Stärken der Stadt Hof. „Diese Veranstaltung brachte viele Erkenntnisse und neue Handlungsansätze zutage, wie wir Hof gemeinsam nach vorne bringen können“, bedankte sich abschließend der SPD-Kreisvorsitzende Jörg Mielentz bei den vielen Gästen und besonders beim Referenten Prof. Dr. Miosga.